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Bestandssicher bauen
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Julius Berger Nigeria baut auf das inconsoWMS X
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Julius Berger Nigeria PLC (JBN) zeichnet sich in dem Entwicklungsland durch hohe Standards bei der Bauausführung, der Arbeitssicherheit, aber auch der Pflege von Fuhrpark und Baugerät aus. Und auch was die Logistik angeht, meistert man eine Vielzahl nicht zu unterschätzender Herausforderungen. Seit Kurzem ist das inconsoWMS X dabei eine wesentliche Hilfe. Bestandteile des Systems sind bei JBN neben den rein logistischen Funktionen wie Bestandsverwaltung, Wareneingang und Warenausgang auch warenwirtschaftliche Komponenten wie Stammdatenpflege und Bestellerfassung.
Nigeria arbeitet seit der Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse vor gut zehn Jahren mehr denn je daran, den Abstand zu den Schwellenländern zu verringern. Der Aufschwung geht mit einer intensiven Bautätigkeit einher und die größte Baufirma, ja der größte private Arbeitgeber des Landes überhaupt, ist JBN. Das Unternehmen gehört zu 49 % zum Bilfinger Berger Konzern und zu den rund 18.000 Mitarbeitern zählen auch 750 deutsche und andere europäische „Expatriates“.
//// Keine Abstriche an ordnungsgemäßer Buchführung
Nigeria ist zweieinhalbmal so groß wie Deutschland und an allen Ecken und Enden des riesigen Landes wird gebaut. JBN betreibt landesweit rund 100 Läger, von großen Import- und Regionallägern bis zur Versorgungsstation für eine Reihe von Baustellen. Neben dem modernen Fuhrpark mit unter anderem 1.700 PKW und Pickups, 1.320 LKW, 106 Schiffen und Bargen, 870 Erdbaugeräten, 105 Mobilkränen, 2 Flugzeugen und 415 Stromgeneratoren sind insgesamt 370.000 Artikel erfasst, die bestandssicher verwaltet und bewegt werden müssen. Denn auch in Nigeria gelten alle Regeln einer ordnungsgemäßen Buchführung. JBN macht keinerlei Abstriche bei Genauigkeit und Transparenz. Allerdings ist diese Aufgabe in einem Entwicklungsland wie Nigeria nicht immer einfach. Und so sind Entwicklung, Einführung und Betrieb eines Logistiksystems bei aller Modernität und Effizienz von Material und Management eben doch ganz anders als in einem Industrieland.

Drei Herausforderungen sollen hier erwähnt werden: die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur des Landes, die unter anderem daraus resultierenden Besonderheiten für Buchungsvorgänge und Dialogführung sowie die politisch-bürokratischen Rahmenbedingungen.
//// Online ja, aber wie lange?
Tatsächlich ist für alle IT-Aktivitäten in Nigeria nach wie vor von einem auszugehen: Online-Verbindungen sind machbar, aber sie sind störungsanfällig. Immer wieder können sie abreißen oder für eine Zeitspanne ganz unterbrochen bleiben. Eine rein zentrale Lösung wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt. So betreibt JBN neben dem Zentralrechner in Abuja zehn regional verteilte, autarke Lagerverwaltungsrechner, die jeweils eine Anzahl lokaler Läger abbilden. Automatische Buchungen, wie sie hierzulande gang und gäbe sind, müssen in Nigeria weitestgehend durch manuelle ersetzt werden. Jede einzelne Lagerbuchung muss im Dialog von Hand ausgeführt werden. Für JBN entwickelte das inconso-Team ein spezielles Buchungsmodul und eine ausgefeilte Bedienoberfläche. Sie mussten so ausgeführt werden, dass zwar die Buchungserfordernisse und -inhalte exakt abgebildet sind, zugleich aber die Bediener- und Dialogführung hochgradig fehlertolerant ausgelegt ist. Hierbei bewies sich das IWF-Frontend des inconsoWMS X mit seinen graphischen Oberflächen als die geeignete Plattform. Die wichtigsten operativen Dialoge sind aber sicherheitshalber auch ausschließlich mit der Tastatur, nicht nur mit der Maus zu bedienen. Zudem wurden Kontrollschritte eingebaut, um Fehlbuchungen möglichst vollständig zu unterbinden.
//// Asynchron ist Trumpf
Aber der dezentrale Betrieb des Systems bringt eine weitere Herausforderung mit sich: Die jeweiligen Buchungen können in den lokalen Rechnern gepflegt und verwaltet werden. Aber erst, wenn die Verbindung zum Zentralrechner steht, können Bestände, Stammdatenänderungen und Bestellungen dorthin übertragen und übergreifend abgeglichen werden. Hierfür waren belastbare Schnittstellen für asynchrone Buchungsund Abgleichprozesse zu programmieren. Da Artikelstämme auch in den lokalen Instanzen angelegt werden müssen, kommt es immer wieder vor, dass derselbe Artikel unter verschiedenen Namen in diversen lokalen Rechnern vorhanden ist. Gegen dieses Problem hilft nur ein durch inconso maßgeschneidert programmiertes Abgleichverfahren auf dem Zentralrechner, das diese Konstellationen automatisch erkennen kann.
//// Erschwernisse machen erfinderisch
Da viele Ersatzteile, Roh- und Betriebsstoffe nicht auf dem lokalen Markt zu beschaffen sind, müssen sie importiert werden. Dem steht eine stark entwickelte Bürokratie mit teilweise weit reichenden Importerschwernissen entgegen. Da außerdem die Transportzeiten der aus Asien und Europa einzuführenden Güter ebenfalls beachtlich sind, ist die Versorgung der Baustellen mit Material also eine beträchtliche Herausforderung. Vieles wird vor Ort selbst hergestellt: Julius Berger betreibt eigene Steinbrüche, mischt den Beton selbst, gießt Betonfertigteile selbst, zimmert selbst Möbel für den Bürobedarf, wickelt selbst Motoren und runderneuert Reifen in eigens dafür eingerichteten Werkstätten.
//// Überbestände effizient einsetzen
Vor allem aber kommt es wegen der erheblichen Wiederbeschaffungszeiten darauf an, einerseits Vorratsbestände mit geeigneter Reichweite aufzubauen, andererseits aber auch für deren effizienten Einsatz zu sorgen. Überbestände sind
also von einzelnen Baustellen und Stores abzuziehen und dorthin zu bringen, wo sie aktuell benötigt werden. Die Vorräte müssen auf Landesebene für rund vier Monate laufenden Betrieb ausreichen. Sie wurden bisher nur „organisatorisch“ überwacht, da die Diversität der unterschiedlichen Fälle nicht im Alt-System hinterlegt war. Das auf Basis des inconsoWMS neu entwickelte Verfahren wird zu einer spürbaren Erleichterung des Beschaffungs- und Bestandsmanagements führen. Mit ihm werden Bestellvorschläge unter Beachtung der landesweiten Bestandsvorräte generiert und dabei automatisch Materialabrufe für unterversorgte Baustellen aus vorhandenen Überbeständen anderer Standorte erzeugt. Die Bestellmeldungen der lokalen Läger, die nicht durch Umlagerungen abzudecken sind, werden dann auf den Zentralrechner überspielt. Anschließend werden sie an den Zentraleinkauf des Konzerns nach Wiesbaden weitergeleitet, der die Bestellungen weltweit platziert und zu Lieferungen konzentriert, die dann nach Nigeria in Marsch gesetzt werden.
Mehrmals am Tag wird zu diesem Zweck ein landesweites Daten-Update gefahren, sobald die Online-Verbindung steht. So werden alle Bestandsdaten auf alle lokalen Rechner verteilt und jedes lokale Lager hat wieder übergreifende Bestandstransparenz. Selbstverständlich ist es entscheidend, dieses Update so schnell und sicher zu fahren wie möglich. Auch hier war durch erheblichen Programmieraufwand sicherzustellen, dass nur die jeweiligen Änderungen übermittelt werden und so das Datenübertragungsvolumen so niedrig wie möglich bleibt. Das gleiche gilt für die Verteilung der Software. Alle System- und Datenbankupdates müssen möglichst zeitgleich auf allen Systemen landesweit zur Verfügung stehen. Neue Software-Releases werden von der inconso-Zentrale in Bad Nauheim aus aufgespielt.
//// Schnelle Umsetzung – hohe Effizienzvorteile
Das Gesamtprojekt zur Entwicklung und Implementierung nahm gerade einmal zehn Monate in Anspruch. Hier bewährte sich, dass das inconsoWMS als Standardsystem aufgebaut und gleichzeitig so flexibel ist, auch an die so ganz anderen Verhältnisse in einem Entwicklungsland wie Nigeria angepasst werden zu können. Die Einführung mit einem Big Bang verlief im Januar 2011 reibungslos. JBN konnte auf große Teile des bisherigen Papieraufkommens verzichten, realisiert seither deutliche Effizienzvorteile und wird seinen Beitrag zum Aufschwung des Landes mit noch mehr Nachdruck leisten können.
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